Erbrecht - Ordnung beim Nachlass

Ein naher Angehöriger/ein guter Freund stirbt. In dieser emotionalen Situation müssen viele Dinge organisiert und erledigt werden. Der Nachlass des Verstorbenen muss geordnet und ein Konzept für die Zukunft entwickelt werden. Hierbei kann es schnell zu auseinanderfallenden Vorstellungen kommen. Streitigkeiten sind dann vorprogrammiert. Nichts zerstört eine Familie schneller als Streitigkeiten um das Erbe!

Beerdigung

Die Kosten der Beerdigung muss der Erbe tragen. Wenn Familienangehörige zuerst einmal die Beerdigungskosten verauslagt haben und sich dann herausstellt, dass sie nicht Erben des Erblassers sind, haben sie gegen den tatsächlichen Erben einen Anspruch auf Ersatz dieser Kosten.

Erblasser

Als Erblasser wird diejenige Person bezeichnet die ein Erbe hinterlässt, also eine natürliche Person, durch deren Tod (Erbfall) die Erbschaft auf den oder die Erben übergeht

Wir können Ihnen helfen, als Erblasser Festlegungen zu treffen, die Ihnen das gute Gefühl geben, umfassend und gerecht die Voraussetzungen zu schaffen, damit sich Ihre Hinterbliebenen nach Ihrem Tod nicht streiten müssen.

Erbe

Als Erbe bezeichnet man sowohl denjenigen, der den Erblasser beerbt als auch die Vermögenswerte, die der Erblasser hinterlässt. Erbe kann nur werden, wer zur Zeit des Erbfalls lebt oder schon gezeugt war. Das Erbe, auch Erbschaft genannt, geht mit dem Tod des Erblassers als Ganzes auf eine oder mehrere Personen, die Erben, über. Nicht erforderlich ist, dass der Erbe aktiv etwas tun muss, um die Erbschaft anzunehmen. Tatsächlich gilt der gesetzliche oder durch eine letztwillige Verfügung berufene Erbe als Übernehmer der gesamten Vermögenswerte des Erblassers (man spricht hier auch von „Universalsukzession“). Der Erbe hat aber das Recht, die Erbschaft auszuschlagen, wenn er sie nicht annehmen will.

Sollten Sie Betroffener in einer erbrechtlichen Auseinandersetzung sein oder der Meinung, Sie sind bei der Verteilung des Erbes nachteilig und ungerecht behandelt worden, können wir mit Ihnen gemeinsam die Situation analysieren und feststellen, ob und wenn ja, welche Möglichkeiten Ihnen zur Verfügung stehen, eine in Ihren Augen ungerechte Situation zu verändern.

Erbausschlagung

Möchte man ein Erbe nicht annehmen so muss man aktiv werden und es ausschlagen. Bedeutsam in diesem Zusammenhang ist vor allem die Ausschlagungsfrist: Will der Erbe die Erbschaft nicht annehmen, muss er sie innerhalb von 6 Wochen ausschlagen. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem der Erbe weiß, dass der Erblasser gestorben ist und er selber Erbe geworden ist. Die Frist verlängert sich auf 6 Monate, wenn entweder der Erblasser seinen letzten Wohnsitz nur im Ausland hatte oder sich der Erbe bei Beginn der Frist im Ausland aufhält. Die Ausschlagung selbst ist eine Erklärung, die der Erbe gegenüber dem Nachlassgericht abgeben muss. Nachlassgericht ist das Amtsgericht, in dessen Bezirk der Erblasser seinen letzten Wohnsitz hatte.

Da oftmals nicht bekannt ist, was der Erblasser hinterlassen hat, empfiehlt es sich unbedingt, innerhalb der zur Verfügung stehenden Zeit eine Nachlassinventur zu machen. Der Erbe sollte also möglichst bald eine Aufstellung der Vermögenswerte und der Schulden machen, um festzustellen, ob der Nachlass womöglich überschuldet ist. In diesem Fall hat der Erbe dann die Möglichkeit, entweder die Ausschlagung der Erbschaft zu wählen – dann fällt er rückwirkend als Erbe weg – oder aber seine Haftung für Nachlassschulden auf den Nachlass selbst zu begrenzen. Hierzu muss er jedoch aktiv werden und einen Antrag auf Nachlassverwaltung oder Eröffnung eines Nachlassinsolvenzverfahrens stellen.

Gesetzliche Erbfolge

Die gesetzliche Erbfolge bestimmt sich nach sog. “Ordnungen“. Gesetzliche Erben der ersten Ordnung sind die Abkömmlinge des Erblassers. (Kinder, Enkel, Urenkel). Sind keine Abkömmlinge vorhanden, so erben die Eltern des Erblassers und deren Abkömmlinge, also die Geschwister des Erblassers (Erben der 2. Ordnung). Ein gesetzliches Erbrecht hat auch der überlebende Ehegatte.

Pflichtteil

Der Pflichtteil bezeichnet einen Teil des Nachlasses, der einigen Personen allein aufgrund eines besonderen Näheverhältnisses zum Erblasser zusteht. Für den Erhalt dieses Teils des Erbes ist es nicht relevant, ob der Erblasser diese Zuwendung bewusst vorgenommen hat.

Pflichtteilsberechtigt sind:

  • Eltern
  • Ehegatte/eingetragener Lebenspartner
  • Abkömmlinge (Kinder, Enkel, Urenkel…)

 

Manche Erblasser denken darüber nach, ihre Abkömmlinge durch eine Verfügung von Todes wegen von der Erbfolge auszuschließen. Diesem Abkömmling steht aber dennoch der sog. “Pflichtteil” zu.  Das ist immerhin noch die Hälfte des gesetzlichen Erbteils.
Beispiel: Sohn S. und Tochter T. sind die einzigen Kinder von Vater (V) und der bereits verstorbenen Mutter (M).  V verstirbt; hat aber vorher testamentarisch festgelegt, dass sein ganzes Vermögen die Tochter (T) bekommen soll. Sein Sohn (S) geht deshalb aber nicht leer aus, sondern erhält die Hälfte seines gesetzlichen Erbteils. Der gesetzliche Erbteil als eines von zwei Kindern würde ½ betragen; als Pflichtteil steht S damit noch ¼ zu.

Testament

Ein Testament kann wirksam nur errichtet werden durch

  • Niederschrift eines Notars oder
  • durch eine vom Erblasser handschriftlich geschriebene und unterschriebene Erklärung.

 

In Ihrem Testament können Sie regeln, wer Ihr Erbe sein soll, wer nur Vermächtnisnehmer werden soll oder welche Regelungen Sie für Ihre Beerdigung und auch die anschließende Grabpflege haben möchten. Da Formverstöße schnell die Unwirksamkeit eines Testaments zur Folge haben und oft schwierige Auslegungsfragen bei unklaren Äußerungen aufgeworfen werden, empfiehlt es sich, für die Abfassung des Testaments den Rat eines Anwalts einzuholen.

Vermächtnis

Unter Vermächtnis versteht man die Zuwendung eines Erbschaftsgegenstandes an jemanden, der nicht Erbe ist.

Der Erbe selbst ist dann verpflichtet, für die Erfüllung des Vermächtnisses Sorge zu tragen, also dem “Vermächtnisnehmer” den Gegenstand aus dem Nachlass herauszugeben oder sonstige Anordnungen des Erblassers zu erfüllen.

Erbvertrag

Ein Erbvertrag kann nur vor einem Notar wirksam abgeschlossen werden. Da Sie sich dem Vertragspartner gegenüber vertraglich verpflichten, können Sie  von den getroffenen Festlegungen nicht mehr ohne Zustimmung des anderen Vertragspartners abweichen. Dies sollten Sie bedenken, da hierdurch erhebliche Erschwernisse gegenüber einer Nachlassregelung durch Testament bestehen.

Unternehmensnachfolge

Wenn Sie Unternehmer sind, sollten Sie auch Vorsorge für Ihre Unternehmensnachfolge treffen. Als Unternehmer sind Sie es gewohnt, neben Ihrem Tagesgeschäft auch langfristige Planungen vorzunehmen. Über die eigene Nachfolge entscheiden – dies ist für viele ein Thema, mit dem sie sich bisher noch nicht beschäftigen wollten oder an das sie gar nicht gedacht haben.

Gerade bei einer frühzeitigen Regelung können jedoch, sowohl für das Unternehmen als auch für Ihre Nachfolger und Erben, unter Ausnutzung der gesetzlichen Möglichkeiten, günstige Lösungen geplant und umgesetzt werden. Bei uns in der Kanzlei finden Sie aufgrund unserer Positionierung im Steuer-, Handels- und Gesellschaftsrecht sowie im Erbrecht die richtigen Begleiter für Ihre Zukunftsplanung.

Erbrechtliche Fachkompetenz

Frau Zollner hat ihre besonderen theoretischen Kenntnisse durch den erfolgreichen Besuch des Fachanwaltskurses für Erbrecht bei der Deutschen Anwaltsakademie im Jahr 2013 nachgewiesen und vertieft und erweitert ihr Fachwissen durch jährliche Fortbildungen auf diesem Gebiet.