Familienrecht

„In guten wie in schlechten Zeiten“ sind wir für Sie und Ihre familienrechtlichen Angelegenheiten da. Wir helfen Ihnen, die meist emotional belastenden und oft auch finanziell schwierigen Lebensphasen besser durchzustehen und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Scheidung

Statistisch betrachtet wird jede dritte Ehe hierzulande geschieden.

In Deutschland endet eine Ehe mit dem richterlichen Ausspruch des Scheidungsbeschlusses (früher Scheidungsurteil) im Gerichtssaal.

Vor dem Familiengericht und dem Oberlandesgericht müssen sich die Ehegatten in Ehesachen und Folgesachen und die Beteiligten in selbständigen Familienstreitsachen durch einen Rechtsanwalt vertreten lassen. Eine Ausnahme hiervon stellt die bloße Zustimmung zu einem Scheidungsantrag dar. In diesem Fall ist die Vertretung durch einen Rechtsanwalt nicht vorgeschrieben.

Wenn Sie jedoch selbst Scheidungsantrag stellen oder eine Verzichtserklärung abgeben wollen, ist die Vertretung durch einen Rechtsanwalt gesetzlich vorgeschrieben.

Unterhalt

Verwandte in gerader Linie sind verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren (§ 1601 BGB).

  • Daher sind Eltern verpflichtet Ihren Kindern Unterhalt zu gewähren.
  • Ebenso können aber auch Eltern gegenüber ihren erwachsenen, leistungsfähigen Kindern Unterhaltsansprüche geltend machen.
  • Nach einer Trennung, aber noch vor der Scheidung kann ein Ehegatte unter bestimmten Voraussetzungen vom anderen Ehegatten den sogenannten Trennungsunterhalt
  • Unter besonderen Umständen ist auch noch nach der Scheidung nachehelicher Unterhalt an den Ex-Ehepartner zu bezahlen.
Sorgerecht

Die wohl schwierigste Entscheidung nach einer Trennung oder nach einer Scheidung ist die des Sorgerechts für die gemeinsamen Kinder. Bei welchem Elternteil leben die Kinder nach der Trennung? Gibt es ein gemeinsames oder ein alleiniges Sorgerecht? Wem wird das Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen?

Das Gesetz legt dabei als Regelfall zugrunde, dass die Eltern eines Kindes miteinander verheiratet sind und ihnen deshalb auch die Sorge für ihr Kind gemeinsam zusteht.

Die Vorschriften über die gemeinsame Sorge gelten auch für bei der Geburt des Kindes nicht miteinander verheiratete Eltern, wenn diese das gemeinsame Sorgerecht durch Sorgeerklärung, spätere Heirat oder gerichtliche Entscheidung erworben haben.

Grundsätzlich besteht die gemeinsame Sorge auch nach der Trennung der Eltern weiter fort. Etwas anderes gilt nur, wenn die Eltern hierzu anderslautende Vereinbarungen treffen oder ein Partner den Antrag auf das alleinige Sorgerecht stellt.

Umgang

Das Kind hat das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil. Jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind verpflichtet und berechtigt.

Verfahren um das Umgangsrecht werden stets unabhängig von der Inhaberschaft der elterlichen Sorge geführt, weil auch und gerade ein nicht sorgeberechtigter Elternteil ein Recht auf Umgang mit seinem Kind hat.

Verfahren den Umgang betreffend werden als Akt der freiwilligen Gerichtsbarkeit vor dem Familiengericht geführt.

Ehevertrag

Die Ehegatten können ihre güterrechtlichen Verhältnisse durch Vertrag (Ehevertrag) regeln, insbesondere auch nach der Eingehung der Ehe den Güterstand auflösen oder ändern.

Ohne gesonderte vertragliche Regelungen leben Ehegatten in einer Zugewinngemeinschaft. Zugewinngemeinschaft bedeutet, dass die Vermögensverhältnisse während der Ehe getrennt bei jedem Ehepartner verbleiben; die gemeinsam erwirtschafteten Vermögenswerte jedoch nach Beendigung der Ehe einem gerechten finanziellen Ausgleich zugeführt werden. Dies erfolgt im Rahmen des sogenannten Zugewinnausgleichs.

Wird ein Ehevertrag durch die Ehepartner geschlossen, so können die Eheleute darin einen anderen Güterstand vereinbaren.

So kann z.B. der Güterstand der Gütertrennung darin festgeschrieben werden. Bei diesem Güterstand werden die Vermögenswerte der Eheleute völlig separiert. Jedem Ehegatten obliegt die Verwaltung seines Vermögens allein. Auch nach Trennung oder Scheidung findet kein Ausgleich der Vermögenswerte statt.

Ebenfalls kann die sogenannte Gütergemeinschaft ehevertraglich festgelegt werden. Hierbei verschmelzen die beiden Vermögensmassen der Ehepartner zu gemeinschaftlichem Vermögen. von beiden Ehepartnern besonders eng miteinander verknüpft. Die Auseinandersetzung dieser Gütergemeinschaft nach Scheidung der Eheleute gestaltet sich nicht selten äußerst kompliziert. In solchen Fällen sollten beide Eheleute anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen um die Auseinandersetzung für beide Seiten sinnvoll durchzuführen.

Ebenso möglich und in vielen Fällen durchaus sinnvoll, ist die Vereinbarung einer modifizierten Zugewinngemeinschaft.

Die Änderung des Güterstandes will gut überlegt sein. Zu beachten sind vor allem auch die steuerlichen Auswirkungen einer solchen Vereinbarung. Vor dem Abschluss eines Ehevertrages sollte in jedem Fall eine umfassende juristische Beratung stattfinden.

Zugewinnausgleich

Zugewinnausgleich bedeutet, dass der Ehepartner, der während der Ehe ein größeres Vermögen erworben hat als der andere, den anderen am Mehrerwerb beteiligen muss. Ermittelt wird das jeweilige Vermögen durch einen Vergleich des Anfangs- und Endvermögens.