Erbrecht

Nichts zerstört eine Familie schneller als Streitigkeiten um das Erbe. Wir können Ihnen helfen, als Erblasser Festlegungen zu treffen, die Ihnen das gute Gefühl geben, umfassend und gerecht die Voraussetzungen zu schaffen, damit sich Ihre Hinterbliebenen nach Ihrem Tod nicht streiten müssen.

Sollten Sie jedoch bereits Betroffener in einer erbrechtlichen Auseinandersetzung sein oder sind Sie der Meinung, bei der Verteilung des Erbes nachteilig und ungerecht behandelt worden zu sein, können wir mit Ihnen gemeinsam die Situation analysieren und feststellen, ob und wenn ja, welche Möglichkeiten Ihnen zur Verfügung stehen, eine in Ihren Augen ungerechte Situation zu verändern.

  • Testamentsgestaltungen
  • Erbverträge
  • Pflichtteilsansprüche
  • Nachlassverwaltungen
  • Testamentsvollstreckung

… sind nur einige der Punkte, in denen Sie bei uns immer mit Blick auf die menschliche Komponente Beratung und anwaltliche Hilfe finden.

Wenn Sie Unternehmer sind, sollten Sie auch Vorsorge für Ihre Unternehmensnachfolge treffen.

Als Unternehmer sind Sie es gewohnt, neben Ihrem Tagesgeschäft auch langfristige Planungen vorzunehmen. Über die eigene Nachfolge entscheiden – dies ist für viele ein Gedanke, mit dem sie sich bisher noch nicht beschäftigen wollten oder an das sie gar nicht gedacht haben.
Gerade bei einer frühzeitigen Regelung können aber sowohl für das Unternehmen als auch für Ihre Nachfolger und Erben unter Ausnutzung der gesetzlichen Möglichkeiten günstige Lösungen geplant und umgesetzt werden. Bei uns in der Kanzlei finden Sie aufgrund unserer Positionierung im Steuer-, Handels- und Gesellschaftsrecht sowie Erbrecht die richtigen Begleiter für Ihre Zukunftsplanung.

1. Nachlassregelung

Ein plötzlicher Todesfall – und die Hinterbliebenen sollen jetzt Entscheidungen treffen, die Ihr Vermögen oder Ihr Unternehmen betreffen. Helfen Sie ihnen, in einer so emotionalen Situation nicht den Überblick zu verlieren. Treffen Sie entsprechende Vorsorge, damit in Ihrem Sinne gehandelt werden kann.
Regeln Sie Ihren Nachlass!

Sie können

  • Sich bewusst für die gesetzliche Erbfolge entscheiden
  • Ein Testament verfassen und damit gezielt Ihre Vermögens- und Unternehmensnachfolge gestalten
  • Einen Erbvertrag mit Ihrem Ehepartner vereinbaren und damit sicherstellen, dass nach Ihrem Tod die
    gemeinsamen Ziele nicht einseitig abgeändert werden können

In allen Fällen sorgt ein „Notfallkoffer“ für Beruhigung auf beiden Seiten!
Wir beraten Sie gerne, welche Vorgehensweise Ihre Absichten am besten umsetzen hilft.

2. Der/die Verstorbene hat nichts geregelt oder Sie wissen nichts?

Wer ist verantwortlich für die Beerdigung, wer trägt die Kosten, wer ist Erbe, was geschieht mit dem Nachlass?
Anwaltliche Beratung kann in so einer Situation helfen, Fehler zu vermeiden.

Wir klären mit Ihnen,

  • ob Sie Erbe oder Vermächtnisnehmer geworden ist,
  • ob Ihnen ein Pflichtteils- oder ein Pflichtteilsergänzungsanspruch zusteht,
  • wie Sie einen Erbschein erhalten und wann und wofür sie diesen benötigen,
  • was es mit der Nachlassinventur, der Nachlassverwaltung/Nachlasspflegschaft und
    der Nachlassinsolvenz auf sich hat

3. Sie sind Miterbe?

Welche Ansprüche Ihnen bei einer Erbengemeinschaft zustehen

  • wie hoch ist Ihr Erbteil?
  • Haben Sie einen Auskunftsanspruch gegen die Miterben?
  • Stehen Ihnen Ausgleichsansprüche zu, weil ein Geschwister früher schon viel mehr bekommen hat als Sie?
  • Dürfen Sie Nachlassgegenstände für sich beanspruchen und wegnehmen?

klären wir gemeinsam mit Ihnen. Sie können so Zerwürfnisse mit Ihren Miterben und eigene Haftung verhindern.

4. Gesetzliche Erbfolge

Die gesetzliche Erbfolge bestimmt sich nach sog. „Ordnungen„. Gesetzliche Erben der ersten Ordnung sind die Abkömmling des Erblassers. (Kinder oder, falls diese schon verstorben sind, deren Kinder). Sind keine Abkömmlinge da, so erben die Eltern des Erblassers und deren Abkömmlinge, also die Geschwister des Erblassers (Erben der 2. Ordnung). Ein gesetzliches Erbrecht hat auch der überlebende Ehegatte.

5. Testament

Ein Testament kann wirksam nur errichtet werden durch

  • Niederschrift eines Notars oder
  • durch eine vom Erblasser handschriftlich geschriebene und unterschriebene Erklärung.

In Ihrem Testament können Sie regeln, wer Ihr Erbe sein soll, wer nur Vermächtnisnehmer werden soll, welche Regelungen Sie für Ihre Beerdigung und auch die anschließende Grabpflege haben möchten. Da Formverstöße schnell die Unwirksamkeit eines Testaments zur Folge haben und oft schwierige Auslegungsfragen bei unklaren Äußerungen aufgeworfen werden, empfiehlt es sich, für die Abfassung des Testaments den Rat eines Anwalts oder Notars einzuholen.

6. Erbvertrag

Ein Erbvertrag kann nur vor einem Notar wirksam abgeschlossen werden. Da Sie sich dem Vertragspartner gegenüber vertraglich verpflichten, was Ihr Erbe betrifft, können Sie von den getroffenen Festlegungen nicht mehr ohne Zustimmung des anderen Vertragspartners abweichen. Dies sollten Sie bedenken, da hierdurch erhebliche Erschwernisse gegenüber einer Nachlaßregelung durch Testament bestehen.

7. Beerdigung

Die Kosten der Beerdigung muss der Erbe tragen. Wenn Familienangehörige zuerst einmal die Beerdigungskosten verauslagt haben und sich dann herausstellt, dass sie nicht Erben des Erblassers sind, haben sie gegen den tatsächlichen Erben einen Anspruch auf Ersatz dieser Kosten.

8. Erbe

Als Erbe bezeichnet man sowohl denjenigen, der den Erblasser beerbt als auch die Vermögenswerte, die der Erblasser hinterläßt. Erbe kann nur werden, wer zur Zeit des Erbfalls lebt oder schon gezeugt war. Das Erbe, auch Erbschaft genannt, geht mit dem Tod des Erblassers, als Ganzes auf eine oder mehrere Personen, die Erben über. Nicht erforderlich ist, dass der Erbe aktiv etwas tun muss, um die Erbschaft anzunehmen. Tatsächlich gilt der gesetzliche oder durch eine letztwillige Verfügung berufene Erbe als Übernehmer der gesamten Vermögenswerte des Erblassers (man spricht hier auch von „Universalsukzession“). Der Erbe hat aber das Recht, die Erbschaft auszuschlagen, wenn er sie nicht annehmen will.

Bedeutsam in diesem Zusammenhang ist vor allem die Ausschlagungsfrist: Will der Erbe die Erbschaft nicht annehmen, muss er sie innerhalb von 6 Wochen ausschlagen. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem der Erbe weiß, dass der Erblasser gestorben ist und er selber Erbe geworden ist. Die Frist verlängert sich auf 6 Monate, wenn entweder der Erblasser seinen letzten Wohnsitz nur im Ausland hatte oder sich der Erbe bei Beginn der Frist im Ausland aufhält. Die Ausschlagung selbst ist eine Erklärung, die der Erbe gegenüber dem Nachlassgericht abgeben muss. Nachlassgericht ist das Amtsgericht, an dessen Bezirk der Erblasser seinen letzten Wohnsitz hatte.

Da oftmals nicht bekannt ist, was der Erblasser hinterlassen hat, empfiehlt es sich unbedingt, innerhalb der zur Verfügung stehenden Zeit eine Nachlassinventur zu machen. Der Erbe sollte also möglichst bald eine Aufstellung der Vermögenswerte und der Schulden machen, um festzustellen, ob der Nachlass womöglich überschuldet ist. In diesem Fall hat der Erbe dann die Möglichkeit, entweder die Ausschlagung der Erbschaft zu wählen – dann fällt er rückwirkend als Erbe weg – oder aber seine Haftung für Nachlassschulden auf den Nachlass selbst zu begrenzen. Hierzu muss er jedoch aktiv werden und einen Antrag auf Nachlassverwaltung oder Eröffnung eines Nachlassinsolvenzverfahrens stellen.

9. Vermächtnisnehmer

Unter Vermächtnis versteht man die Zuwendung eines Erbschaftsgegenstandes an jemanden, der nicht Erbe ist.
Der Erbe selbst ist dann verpflichtet, für die Erfüllung des Vermächtnisses Sorge zu tragen, also dem „Vermächtnisnehmer“ den Gegenstand aus dem Nachlass herauszugeben oder sonstige Anordnungen des Erblassers zu erfüllen.

10. Pflichtteilanspruch

Manche Erblasser denken darüber nach, ihre Abkömmlinge durch eine Verfügung von Todes wegen von der Erbfolge auszuschließen. Dabei sollte jedoch nicht vergessen werden, dass dem so ausgeschlossenen Abkömmling dann dennoch der sog. „Pflichtteil“ zusteht. Das ist immerhin noch die Hälfte des gesetzlichen Erbteils.
Ein Beispiel: Sohn S. und Tochter T. sind die einzigen Kinder von Vater V. und der bereits verstorbenen Mutter M.. Vater V. verstirbt; hat aber vorher testamentarisch festgelegt, dass sein ganzes Vermögen Tochter T. bekommen soll. Sohn S. geht deshalb aber nicht leer aus, sondern erhält die Hälfte seines gesetzlichen Erbteils. Der gesetzliche Erbteil als eines von zwei Kindern würde ½ betragen; als Pflichtteil steht ihm damit noch ¼ zu.

Frau Zollner hat ihre besonderen theoretischen Kenntnisse durch den erfolgreichen Besuch des Fachanwaltskurses
für Erbrecht
bei der Deutschen Anwaltsakademie im Jahr 2013 nachgewiesen.